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Freitag, 23.08.1996
Ein ausgedehnter Stadt-/Einkaufsbummel in der Innenstadt füllte den größten Teil des Tages aus (12:30–20:00 Uhr). Anschließend liefen wir zurück zum Campingplatz (ca. 1 Stunde), um wärmere Klamotten anzuziehen (dringend nötig) und machten uns dann auf den Weg zum Hard Rock Café (ca. 1 Stunde).
1 Stunde ist in Reykjavík so die typische Zeit, die man bei einigermaßen flotter Gangart braucht, um von Punkt A nach B zu kommen; vor allem, wenn A oder B der Campingplatz ist.
Nachdem wir einige Zeit unsere Blicke durch das mit verschiedenen Devotionalien aus der Rockwelt vollgestopfte Hard Rock Café hatten schweifen lassen und dabei ein Getränk mit dem interessanten Namen “Screaming Orgasm” geschlürft hatten, kauften wir uns die obligatorischen T-Shirts und verließen das Lokal. Wir waren gerade dabei, nachzuschauen, ob wir den uns nun bevorstehenden Fußmarsch in die Innenstadt (ca. 1 Stunde) nicht durch eine Busfahrt ersetzen konnten, als uns ein auffallend nobel gekleideter Herr ansprach, ob er uns weiterhelfen könne. Nach einer kurzen Schilderung der Situation bot er uns ohne zu zögern an, uns in seinem Wagen mitzunehmen. Im Auto stellte sich dann heraus, dass er der Manager des Hard Rock Cafés war.
In der Innenstadt herrschte ausgelassene Partystimmung. Wir kamen mit zwei offenen, sehr sympathischen und schon ziemlich angeheiterten Isländern ins Gespräch und ließen uns von ihnen zum Biertrinken im Dubliner überreden. Die Stimmung dort war dermaßen gut, dass uns nicht einmal der Preis von 12 DM für ein Guinnes bzw. Kilkenny störte. Danach gingen wir weiter ins Pub/Disco Öðal und nach Schließen der Lokale ging die Party auf der Austurstræti weiter (Volksfeststimmung ungeachtet der eisigen Temperaturen). Trotz der strengen Alkoholgesetze und der fast unerschwinglichen Preise waren irgendwie alle Isländer mit Ausnahme der Türsteher besoffen. Was man so hört, wird in Island schwarz gebrannt ohne Ende.
Wir blieben bis etwa 3:15 Uhr und gingen dann mit Telefonnummer und Anschrift von Birgið und Ðorgir in der Tasche und der Erinnerung an einen “geilen Abend” (Originaleintrag) zurück zum Campingplatz (ca. 1 Stunde).
Wetter: sonnig, abends kalt.
Wie man an einigen Passagen unseres Reiseberichtes erkennen kann, hatten wir in Island viel Spaß; viele Situationen kann man aber leider nicht zureichend in Worte fassen. Deshalb nun stellvertretend für alle Sprüche, die wir im Laufe unserer Reise losgelassen hatten, zwei der besten:
- Chicco betrachtet beim Frühstück sein zerbröseltes Brot: “Ich hab’s gewusst: Jesus lebt! Er hat das Brot schon gebrochen.”
- Frank (darauf): “Des is’ Logik um drei Ecken mit fünf Fehlern, die sich gegenseitig aufheben, wo aber immer noch einer dabei is’, der sich net aufhebt!”





