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Dienstag, 20.08.1996
Um 9:00 Uhr verließen wir Akureyri, wo wir uns sehr wohl gefühlt hatten, und fuhren zunächst weiter auf der Ringstraße nach Westen, um dann auf die Hochlandpiste, die sogenannte Kjölur-Route, abzubiegen. Diese 170 km lange Route, die zwischen den beiden Gletschern Langjökull und Hofsjökull hindurchführt, stellt die kürzeste Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Insel dar. Nachdem einmal vier Brüder auf dieser Route verschollen waren, wurde die Kjölur-Route von den recht abergläubischen Isländern früherer Jahrhunderte lange Zeit gemieden. Erst als ein Holländer vor etwa 200 Jahren erfolgreich die Kjölur-Route befuhr, wagten es auch die Isländer wieder, diese günstige Verbindungsstrecke zwischen Nord- und Südisland zu nutzen.
Im Nordteil der Kjölur-Route hat der Mensch durch das Anlegen einiger Stauseen und die Errichtung eines großen Wasserkraftwerks in die ansonsten völlig unberührte Natur eingegriffen, die sich weiter südlich einmal mehr als vegetationslose Steinwüste präsentiert. Um etwa 13:00 Uhr erreichten wir unser Ziel für den heutigen Tag, den Campingplatz bei Hveravellir, und bauten dort in der Einöde bei starkem Wind unsere Zelte auf.
Das Geothermalgebiet Hveravellir liegt etwa in der Mitte der Kjölur-Route. Die “Ebene der heißen Quellen” wurde erstmals 1752 beschrieben. Das Thermalwasser enthält hier große Mengen gelöster Substanzen, die nach dem Abkühlen an der Oberfläche ausfallen und sich am Beckenrand als harte Kruste absetzen (“Kieselsinter”). Auffällig sind auch die schillernden Farben der Quellen.
Nach Besichtigung der heißen Quellen wanderten wir zum Schildvulkan Strytur. Unterwegs kamen wir an einem Unterschlupf vorbei, in dem früher ein Geächteter namens Eyvindur gehaust hatte. Vom Rande des Kraters aus bot sich eine gute Sicht auf ein weites, unbevölkertes Gebiet — unter anderem auf den Gletscher Langjökull. Nach etwa 4 1/2 Stunden waren wir zurück am Campingplatz.
Wetter: grauer Himmel, kein Regen; am Abend unangenehm kalt.





