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Samstag, 17.08.1996
An unserem letzten Tag am Mývatn-See schliefen wir lange und verbrachten den restlichen Vormittag und frühen Nachmittag mit Duschen, Sonnenbaden (bei 11 °C), Brief- bzw. Postkartenschreiben und Faulenzen. Vor der Abfahrt um 16:15 Uhr gönnten wir uns noch ein kleines Essen in der Cafeteria. Vom Bus aus sahen wir noch mal ein paar Pseudokrater in voller Pracht.
Wir fuhren auf der Ringstraße in westlicher Richtung bis zur Seezunge Eyjafjörður und dann nach Süden an der Küste entlang bis Akureyri (Ankunft: ca. 18:30 Uhr). Akureyri wird — sicherlich zurecht — auch “Hauptstadt des Nordens” genannt. Mit immerhin 16.000 Einwohnern ist Akureyri die drittgrößte Stadt außerhalb der “Metropolitan Area” um Reykjavík. Seinem Ruf wird Akureyri aber hauptsächlich wegen seinem reichhaltigen kulturellen Angebot und seiner hervorragenden Infrastruktur gerecht. Es gibt hier eine Universität, ein Theater, einen — zum Teil auch international angeflogenen — Flugplatz, mehrere Museen, Hotels und Restaurants sowie gute Busverbindungen in alle Teile des Landes. Zahlreiche Touren und Ausflüge zu Lande, zu Wasser und in der Luft starten hier (z.B. Tagesausflüge nach Grönland).
Nach Ankunft am Busbahnhof von Akureyri holten wir als erstes unser “Nachschubfresspaket” ab, das wir von Reykjavík hierher geschickt hatten, und machten uns auf den Weg zum Campingplatz. Nach Zeltaufbau und Kochen unternahmen wir noch einen kurzen Stadtbummel, bei dem wir Erstaunliches beobachteten: Es scheint eine Lieblingsbeschäftigung der Jugendlichen von Akureyri zu sein, stundenlang (!) sinnlos mit dem Auto Kreise in der Innenstadt zu drehen. Wir standen staunend — um nicht zu sagen gaffend — am Straßenrand und sahen zu, wie die gleichen Leute 5-, 10-, 15-mal an uns vorbeifuhren, ab der 3. Runde zuwinkten (nur die Mädels), aber nie anhielten. Erst auf dem Weg zurück zum Campingplatz schafften wir es dann doch noch, ein Auto mit zwei “Chicks” anzuhalten und etwas mit ihnen zu plaudern. Als wir die Fahrerin, die gerade ihren Führerschein gemacht hatte, auf ihr für uns ungewöhnliches Verhalten ansprachen, zuckte sie nur mit den Achseln und meinte sinngemäß: “Warum steht ihr da draußen in der Kälte herum? Im Auto ist es wenigstens warm.” Mitnehmen wollte sie uns aber dann doch nicht…
An diesem Tag wechselten wir die Zeltbesetzungen von Maudi/Frank und Bubi/Chicco zu Maudi/Chicco und Bubi/Frank.
Das Wetter an diesem Samstag: strahlend blauer, wolkenloser Himmel; tagsüber Sonne ohne Ende, dafür aber nachts saukalt (0:30 Uhr: 2,5 °C; 6:00 Uhr: -0,5 °C).





