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Freitag, 16.08.1996

Am Freitag unternahmen wir eine Wanderung zum Explosionskrater Hverfjall, einem der größten und schönsten Explosionskrater der Erde. Auf dem Hinweg sammelten wir Pilze (Champignons) — was höchstwahrscheinlich illegal war –, die wir dann zusätzlich zum Abendbrot verzehrten (so viele waren es nicht).

Die Umgebung des Kraters glich beim Näherkommen mehr und mehr einer Steinwüste. Während des Aufstiegs hatten wir eine besonders gute Aussicht auf die Landschaft um den Mývatn: die Lavaformationen des Dimmuborgir, der Dampf des Krafla-Kraftwerks, mehrere der in Island recht häufig anzutreffenden Tafelvulkane und — wenigstens andeutungsweise — die Pseudovulkane am Südufer des Mývatn. Wie der Name schon verrät, sind sie keine Vulkane im eigentlichen Sinne. Sie entstehen, wenn Lava über einen feuchten Untergrund (Moor, Sumpf) fließt und das Wasser bei über 400 °C explosionsartig verdampft. Der entstandene Pseudokrater war also niemals Bestandteil eines Vulkans und hat daher auch keine Verbindung mit einem Eruptionsschlot oder einer Magmakammer aufzuweisen. Am besten zu erkennen sind die Pseudokrater aus der Luft.

Sonnenuntergang

Als wir dann endlich oben angekommen waren, gab uns der Blick in den Krater eine ungefähre Vorstellung von den Kräften, die hier gewirkt haben müssen, als explosionsartige, vulkanische Ausbrüche diesen gewaltigen Krater in wenigen Tagen, vielleicht in nur wenigen Stunden geschaffen haben. Bubi ließ es sich nicht nehmen, einmal in den Krater eines ehemaligen Vulkans hinabzusteigen, und posierte für unsere Kamera auf dem “kleinen” Hügel in der Mitte des Kraters. Zahlreiche Touristen haben sich auf dem Grund des Kraters verewigt, indem sie helle Steine zu meterhohen Buchstaben auf der dunklen Vulkanasche zusammenlegten. Wie an einigen Jahreszahlen zu erkennen war, überdauert diese “Schrift” etliche Jahre.

Am Abend trafen wir am Campingplatz eine Jugendfreizeitgruppe aus Darmstadt. Sehr positiv dabei war, dass die Mädels uns zur “Vernichtung” von übriggebliebenem Abendessen (Tortellini) einluden — ein Angebot, das wir unmöglich ausschlagen konnten. Ausgesprochen erheiternd war das anschließende Gespräch mit einem ihrer Fahrer…

Zur Feier des Tages leisteten wir uns je eine Dose isländisches “Bier” (Pripps; 2,25 % vol.). Es schmeckte überraschenderweise wirklich gut und wir bildeten uns sogar ein, eine gewisse Wirkung zu verspüren. Hierzu muss angemerkt werden, dass es in Island auch “richtiges” Bier gibt, aber nicht frei verkäuflich im Supermarkt, sondern nur in lizenzierten Gaststätten zu Preisen, bei denen es eigentlich keinen Spaß mehr macht (ca. 12 DM für ein Bier).

Das Wetter war mittelmäßig: grauer Himmel, ab und zu leichter Regen; am Abend wurde es erneut kalt (4 °C).

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